Pulvermühle Park

Stadtpark Pulvermühle – statt Schwarzpulver jetzt in Grün und Blau

Dresden hat einen neuen Park. Zwei große Mühlräder, der sichtbare Verlauf des alten Mühlgrabens, ein Mühlespiel aus Steinen, ein Geburtenhain und ein blaues Band aus Krokussen machen aus der Brache der letzten Jahre ein grünes Ausrufezeichen in Löbtau. Allerdings: Das blaue Band wird man erst im Frühjahr sehen, wenn die schon  gepflanzten Krokusse und anderen blaublütigen Kräuter blühen. Und der Geburtenhain ist noch eine grüne Wiese. Aber die Standorte für 16 einheimische Obstbäume sind bereits mit Steinen markiert. Jetzt fehlen noch die Eltern, die für ihre Kinder hier einen Baum pflanzen wollen.

pulvermühle park angela schüler

Landschaftsarchitektin Angela Schüler stellt den Park beim Dresdner Gartenspaziergang vor. Foto: Rocco | Angela Schüler

Mehrere Tafeln erklären anschaulich die Geschichte des ehemaligen Standortes der Pulvermühle. Es war ein gefährliches Gelände. Von 1576 bis 1875 wurde hier Schwarzpulver produziert. Sieben Mal explodierte die Mühle und wurde immer wieder aufgebaut. Zwölf Menschen kamen bei den Explosionen ums Leben. Später war hier gute 30 Jahre lang noch eine Getreidemühle. Im zweiten Weltkrieg wurde das gesamte Gelände zerstört.

Der Wiedergeburt als Park ging ein langes und hartes Ringen voraus. Erst 2013 waren die Pläne endgültig spruchreif, erinnert sich Landschaftsarchitektin Angela Schüler. Schon 2006 waren Mauern des alten Mühlgrabens gefunden worden. Mehrmals wurde umgeplant. Auch der Mühlgraben, den die Mitglieder des Vereins „Zschoner Mühle“ im Verlauf von zwei Jahren freigelegt hatten, musste teilweise wieder zugeschüttet werden. Dafür wurde echter Weißeritzschotter verwendet. Aber der Verlauf mit dem scharfen Knick ist gut zu sehen, erklärt Schüler. Wertvolle Fundstücke, die die Vereinsmitglieder liebevoll aus dem Schutt des freigelegten Mühlgrabens aussortiert und eingelagert hatten, wurden wieder verwendet. „Sie sind jetzt in den Gabionenmauern zu finden“, erläutert die Landschaftsarchitektin. So nennt man die von Drahtgittern umschlossenen Steinmauern, die auch als Sitzgelegenheiten dienen. Auch die zwischenzeitlich umgesiedelten streng geschützten italienischen Mauereidechsen haben sich zwischen den Steinen wieder eingelebt.

Pulvermühle Park Gabionen

Fundstücke aus dem alten Mühlgraben finden sich in den Gabionen. Foto: W. Schenk

„Ich freue mich, dass hier ein neuer Park auf historischem Areal als weiterer Baustein des Weißeritzgrünzuges entstanden ist“, sagt Detlef Thiel, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, der morgen den Park feierlich eröffnen wird. 350.000 Euro sind in das Projekt investiert worden, gefördert auch aus EU-Töpfen. Erste Ideen für einen neuen Park an der Weißeritz hatte es bereits Anfang 2000 im Umweltamt gegeben, erinnert sich Thiel. Sie sind nun Schritt für Schritt und mit großem Engagement des Vereins „Zschoner Mühle e. V.“ umgesetzt worden, hob er die Verdienste der Vereinsmitglieder hervor.

Nun hofft Thiel auf viele Besucher, die neben der Entspannung im Grünen auch Informationen über die Dresdener Mühlengeschichte im Pulvermühlenpark vermittelt bekommen. Wer auf der überdimensionalen gepflasterten Spielfläche Mühle spielen möchte, muss allerdings seine Steine selbst mitbringen.

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